Über das „Geimpft Sein“

Anna PaulusAllgemein, ZeitqualitätEinen Kommentar schreiben

Aus aktuellem Anlass werde ich immer wieder zu meiner Haltung gegenüber einer Impfung gefragt. Dies gab mir den Anstoß, hierzu einen Blogeintrag zu schreiben.

Früher habe ich mich gegen jede Impfung gewehrt. Ich bekam schon Schweißausbrüche, wenn ich nur daran dachte. Zudem ist eine Impfung ganzheitlich gesehen keine Alternative zu einer durchgestandenen Erkrankung, durch welche unser Körper Immunität und Abwehrstärke erwirbt.

Interessant wurde es für mich im Verlauf des letzten Jahres, als ich mich mit der Masern-Impfung auseinandersetzen musste und hierbei feststellen konnte: Ich bekomme keine Schweißausbrüche mehr und kann mich dem Thema Fremdbestimmung, welches für mich mit dem Impfen verbunden ist, frei öffnen. Es muss also etwas in mir passiert sein, das diese Veränderung hervorgerufen hat.

Ich kam zu dem Schluss, dass es die Folge meiner inneren Befreiung von früheren Domestizierungen und Manipulationen, sowohl durch mein Umfeld als auch durch mich selbst, sein muss.

Umgangssprachlich benutzten wir die Redensart „geimpft werden“, wenn wir von jemanden oder etwas beeinflusst werden. „Da hat dich XY gut geimpft“, sagen wir und meinen damit, dass wir von einem Anderen und dessen Meinung, dessen Wesen beeinflusst sind. Das heißt, die Meinung und die Sicht eines Anderen hat sich wie ein Schleier über die eigene Wahrnehmung und das eigene Denken gelegt.
Wir alle werden von klein auf durch unser Umfeld und durch die Gesellschaft tagtäglich „geimpft“. Auch von unserem eigenen Willen und dem innere Kritiker werden wir „geimpft“. Die Fremdbestimmung und der Fremdeinfluss ist demnach allgegenwärtig in uns.

Somit reagieren wir in unserem täglichen Erleben auf Herausforderungen und Angriffe zumeist aus unseren „Impfungen“ heraus, also aus unserem „beeinflusst sein“.
Das geht so schnell, dass wir oft im ersten Moment nicht unterscheiden können, ob es unsere eigene freie Sicht auf ein Geschehen, oder die vorgefertigte Meinung unseres Umfeldes und unsere eigene Strategie ist, welcher wir unbewusst folgen.

Meine These ist, dass wir ängstlich und aggressiv auf Fremdeinflüsse reagieren, wenn die eigene Lebenskraft, die eigene natürliche Triebnatur, von Domestizierungen bestimmt ist, also es kein Zutrauen in die eigene Tatkraft gibt. Das Natürliche, das Wilde in uns, wird meist durch Bewertungen und damit einhergehenden Manipulationen von klein auf „geimpft“ und so „passend“ gemacht, um zu funktionieren. So entstehen keine Lernfelder dafür, die eigene „Abwehrkraft“ zu erproben und hierbei ein Gespür für die eigene Kraft zu bekommen. Es fehlt also die aufmerksame und aktive Auseinandersetzung mit Misstrauen, Zweifel, Verletzung und Täuschung, welche das Spektrum im eigenen Handlungsspielraum erweitert und Vertrauen in die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten schenkt.

Ich bin weder Impfbefürworter, noch bin ich Impfgegner. Für mich fühlt es sich frei und gesund an, wenn ich eine Impf-Entscheidung auf der Basis meines gesunden Menschenverstandes treffen kann, indem ich abwäge zwischen Notwendigkeit und Konsequenz, und mich nicht unnötig in einen Machtkampf mit einer vorgegebenen Ordnung begeben muss, oder aber die Verantwortung an einen Impfstoff abgebe, ohne dies zu hinterfragen.

Eine solche unabhängige und selbstbestimmte Haltung ist aus meiner Sicht nicht möglich, solange wir innerlich im Drama der Fremdbestimmung festsitzen. So ist die Angst (damit meine ich nicht die gesunde Angst, welche den eigenen Zweifel ernst nimmt, recherchiert und sich mit der Materie auseinandersetzt) vor gesundheitlichen Schäden durch einen Impfstoff vielleicht die Furcht davor, sich der eigenen Fähigkeit einer Immunantwort, also dem eigenen Potenzial zur Verteidigung gegen Fremdeinflüsse, zuzuwenden.

Es gibt keine Sicherheit gegen Fremdeinwirkung. Tagtäglich sind wir diesen ausgeliefert: Elektrosmog, Luftverschmutzung, Chemikalien in Kleidung, genmanipulierte Nahrungsmittel, und viele mehr.
Wenn wir uns all dem nicht mehr hilflos und ohnmächtig ausgeliefert fühlen wollen, müssen wir damit beginnen, unsere eigene Triebnatur und Lebenskraft zu stärken, also dem „Wilden“ in uns zu vertrauen. Unsere Natur ist fähig, zwischen Manipulation und Echtheit zu unterscheiden und hat eine unzählige Bandbreite an Immunantworten hierauf. So ist es vielleicht gar nicht so wichtig, ob das, was uns gerade bedroht, natürlich oder künstlich, also „echt“ oder „fake“ ist.
Vielmehr geht es vielleicht darum, die Erfahrung zuzulassen, welche unsere Natur hierbei durchlebt.

Dann kann auch aus einer Manipulation, aus etwas Künstlichem, Wachstum und Entfaltung entstehen.

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