Über Einfachheit

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„Einfachheit“ ist eine große Sehnsucht und zugleich ein großes Tabu in unserer Gesellschaft. Wenn es um das „einfach sein“, das Ankommen bei uns selbst geht, dann gilt dies als ein hohes Ziel, welches erstrebenswert ist. Ebenso ist es Mode geworden, dass wir uns im „weniger ist mehr“ etablieren. Doch wie ist es, wenn wir aus gegebenen Umständen auf die Einfachheit, sowohl im Innen als auch im Außen, zurückgeworfen werden?

Wir leben mit dem Privileg, frei wählen und uns zur Einfachheit aus unserem freien Willen heraus entschließen zu können. Unser Wohlstand, aus welchem wir eine satte innere Haltung genießen, lässt uns die Genügsamkeit in der Blase eines goldenen Käfigs erleben. Damit meine ich die Haltung, dass wir es uns leisten können nichts zu wollen, da wir jederzeit haben können. Dass wir es uns leisten können die innere Auszeit zu nehmen, da der Existenzkampf nicht den Alltag bestimmt.

Unser Wohlstand aufgrund von Kapitalismus steht gerade auf der Kippe, und obwohl ich persönlich schon immer „einfach“ lebe, kann auch ich den Unterschied deutlich wahrnehmen zwischen meinem freien Wählen der Genügsamkeit und dem, keine andere Wahl zu haben.

Wenn wir uns beim Einkauf vor dem vollen Gemüseregal für die regionalen Waren entscheiden, dann sind wir frei im eigenen Wählen. Wenn es keine anderen Lebensmittel mehr gibt als das, was aufgrund mangelnder Lieferketten vor Ort produziert werden kann, dann fühlen wir uns fremdbestimmt von den Gegebenheiten.

Wenn wir mit einem vollen Bankkonto im Rücken einen lukrativen Auftrag ausschlagen, da er nicht unseren Werten entspricht, dann ist es ein Luxus, den wir genießen. Wenn wir mit einem leeren Bankkonto, jedoch mit den gleichen Motiven, den Auftrag ausschlagen, dann müssen wir uns vielleicht der Kritik stellen nicht geschäftstüchtig zu sein.

Wenn wir der Umwelt zuliebe auf Urlaubsreisen verzichten, wählen wir aus der inneren Freiheit heraus. Wenn keine Urlaubsreisen möglich sind, fühlen wir uns der Bewegungsfreiheit beraubt.

Wir haben uns so sehr an unseren Status Quo und den Luxus gewöhnt, dass wir ihn für ein Privileg halten, welcher uns zusteht und für den es gilt, einzustehen.

Wir wollen die Einfachheit hübsch verpackt und so wie sie uns gefällt. Bei der gebuchten Visionssuche wählen wir bewusst die Grenzerfahrung und liefern uns freien Willens der Entbehrung und dem Nichts aus. Im Urlaub suchen wir die Einfachheit in fremden Kulturen und empfinden diese als Oase der Kraft. Doch wenn wir im Alltag damit konfrontiert werden, Entbehrungen auf uns nehmen zu müssen, dann empfinden wir das als Zumutung und lehnen die Einfachheit ab.

Es ist leicht, sich selbst zu sein und sich selbst zu finden, wenn wir frei von Existenznot sind. Die wahre Kunst der Genügsamkeit liegt jedoch in der Demut den Gegebenheiten gegenüber. Der Schlüssel zur inneren Freiheit ist das Lassen, nicht das Wollen. Es ist die Gleichgültigkeit des Lebens, welcher wir uns stellen müssen, um die Einfachheit zu erfahren, nach der wir uns alle sehnen.

Vielleicht fühlst du es gerade, wenn du das liest: Die Sinnlosigkeit und die Ohnmacht, welche im ersten Moment auftauchen, wenn du dich dieser Haltung öffnest.

Auf meinem eigenen Weg und in der Begleitung von Menschen habe ich die Erfahrung gemacht, dass wir uns im Angesicht dieser Erkenntnis der inneren Armut und den damit verbundenen Mangelthemen stellen müssen.

In diesem Moment zeigt sich, ob wir genügsam sein können mit dem, was gerade da ist, oder ob wir noch in einer Blase von Einfachheit leben, ermöglicht durch die Freiheit unseres Wohlstandes.

Über lineares vs. zyklisches Denken

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Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg: das stimmt grundsätzlich. Doch wie hoch ist der Preis, den wir dafür zahlen?

Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass Stärke zeigen bedeutet, die eigenen Grenzen zu überwinden. Aus meiner Sicht zeigen wir Stärke, wenn wir die eigenen Grenzen respektieren. Damit meine ich nicht Selbstaufgabe oder das Hinnehmen von Gegebenheiten.
Ich spreche von Akzeptanz und Würdigung unserer Selbst im Moment einer Grenzerfahrung. Die wichtigen Fragen, die wir uns stellen sollten, sind an dieser Stelle nicht: Wie komme ich an mein Ziel? Was habe ich falsch gemacht? Warum kann ich das nicht?
Diese Fragen entsprechen dem linearen Denken, mit welchem wir schnellstmöglich und ohne Umwege ein Ziel erreichen wollen, mit einem klaren Konzept und einer guten Strategie im Gepäck.

Auf eine Grenze zu stoßen bedeutet aus meiner Sicht die Chance zur Überprüfung der eigenen Ressourcen, um so einen Blick auf die Nachhaltigkeit des eigenen Tuns zu gewinnen und die weiteren Schritte dem eigenen Rhythmus entsprechend planen zu können. Wir sollten uns dann Fragen stellen wie: Was habe ich übersehen? Was braucht es gerade? Woran halte ich fest?
Diese Fragen entsprechen dem zyklischen Denken, also einem Denken in Kreisläufen. Hier sind wir uns der Vergänglichkeit unseres Handelns bewusst und verpflichten uns dem stetig kreativen Fluss des eigenen Potenzials.

Wenn ich Menschen dazu ermutige, sich dieser Sichtweise zu öffnen, begegnen mir oft Zweifel, Ohnmacht und Ungeduld. Die größte Angst hierbei ist die, dass etwas weggenommen wird, dass man dem gewählten Weg nicht folgen darf, dass wieder einmal alles umsonst war. Diesen Befürchtungen liegt die Flucht vor der Auseinandersetzung mit der eigenen Enttäuschung zugrunde. Wir argwöhnen, von unserer Natur, unserem Potenzial enttäuscht zu werden, wenn wir loslassen und uns dem eigenen Rhythmus, dem eigenen natürlichen Kreislauf öffnen.

Klar, wir wollen das eigene Potenzial leben, wir wollen im Flow sein, doch wir wollen auch den eigenen Erwartungen und den eigenen Vorstellungen entsprechen. Alles was unser eigenes Selbstbild bedroht wird erst einmal abgelehnt und wir fühlen die nackte Existenzangst.

Meist spulen wir uns in eine Vorstellung von „Flow“: wenn die Dinge so laufen, wie wir sie uns vorgestellt haben, dann denken wir, alles ist gut und wir sind auf dem richtigen Weg. Doch oftmals befinden wir uns nur auf der vorgefertigten Autobahn der eigenen Idee, geführt vom linearen Denken. Fühlbar wird dies durch ein nagendes Gefühl der Unzufriedenheit, trotz all der Erfolge, und einer schleichend wachsenden inneren Müdigkeit.

Wenn die Dinge nicht so laufen, sich nicht so anfühlen, wie wir sie uns vorgestellt haben, dann sind wir schnell im Misstrauen und in der Selbstentwertung. Es ist in solchen Momenten ausserhalb unserer Vorstellung, dass dies „im Flow sein“ bedeuten könnte.
Dann ist es wieder da, dieses würdelose, tief verankerte Gefühl, der Gewalt des Lebens, der Bestimmung in der eigenen Natur ausgeliefert zu sein und dieser nicht zu entkommen. Wir empfinden es als Niederlage, uns dies eingestehen müssen und es fällt uns schwer, das Geschenk in all dem zu sehen und es in die Hand zu nehmen. Meist erscheint der Gedanke, dass genau hier an dieser Stelle das eigene Abenteuer beginnt, als absurd und realitätsfern.

Ein interessanter Ansatz ist in solchen Momenten die Frage: Will ich weiterhin meinen logischen Verstand benutzen, um an mir und meiner angelegten Natur vorbeizukommen (lineares Denken), oder will ich meinen Verstand nutzen, um konzentriert im Jetzt zu bleiben und die Entfaltung meines Potenzials geschehen zu lassen (zyklisches Denken)?

Wenn wir beginnen, uns dem Denken in Kreisläufen anzuvertrauen, dann spüren wir, dass es nicht mehr länger darum geht, etwas zu erreichen oder irgendwo ankommen zu müssen. Wir fühlen die Sicherheit im sich ständig wiederholenden kreativen Prozess von Inspiration, Gestaltung und Loslassen.

Eine Grenze nehmen wir dann nicht mehr wahr als etwas, das überwunden werden muss oder uns zurückwirft, sondern als Aufforderung dazu, dem eigenen Potenzial das Ruder zu überlassen. Damit willigen wir ein in den Rhythmus der eigenen Wesensnatur, auch auf die Gefahr hin, dass bisherige Vorstellungen und Sicherheiten enttäuscht werden.

Ich bin überzeugt davon, dass wir uns mit der Realität aussöhnen müssen, immer nur das werden zu können, was wir sind. Es liegt in unserer Verantwortung, dies zur Entfaltung zu bringen. Dann brauchen wir nicht länger am alten Schmerz festhalten, dass die Natur uns mit ihrem ewigen Kreislauf unterjochen möchte.

Jedoch nehmen wir in dem auch die Sinnlosigkeit des menschlichen linearen Strebens wahr und vielleicht gelingt es uns dann, mehr und mehr die Freude und die Leichtigkeit zulassen zu können, welche im stetigen Flow des zyklischen Denkens liegt.

Saturn absteigendes Quadrat Uranus 2021

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Die Saturn/Jupiter Konjunktion im Zeichen Wassermann am 19.12.20 hat die neue Epoche des Luft-Elements eingeläutet. Mit dem laufenden Quadrat von Saturn im Zeichen Wassermann zu Uranus im Zeichen Stier nimmt diese Reise weiter Fahrt auf.
Insgesamt bildet Saturn im Verlauf des Jahres dreimal ein exaktes Quadrat zu Uranus. Das absteigende Quadrat im Saturn/Uranus Zyklus ist vergleichbar mit der abnehmenden Mondphase, mit welcher das letzte Viertel eines monatlichen Mondzyklus beginnt.
Es geht hier also um einen Übergang: das Alte ist noch da, das Neue ist im Werden. In dem findet eine Inventur und Überprüfung des zu Ende gehenden Zyklus statt.

Der Samen für das aktuell absteigende Quadrat des Saturn/Uranus Zyklus wurde mit der Konjunktion beider Planeten 1988 im Zeichen Schütze gesetzt. Damit wurde der Startschuss zu einer Erneuerung unseres bisherigen Weltbildes gegeben.
Die Religion spielt im Zeichen Schütze eine große Rolle: „Religio“ bedeutet „Rückverbindung“. So war die Idee der Saturn/Uranus Konjunktion im Zeichen Schütze aus meiner Sicht davon geprägt, dass wir uns zurück besinnen auf das, was uns wirkliche Orientierung und Klarheit schenkt: „Back to the Roots“, zurück zum Ursprung und der Verbundenheit mit der Natur. Meist suchen wir den Rückhalt im Glauben, einem spirituellem Weg oder in einer Gemeinschaft, welcher wir zugehörig sind. Doch wenn wir über den eigenen Tellerrand hinausblicken wollen, müssen wir lernen, eigene Wege zu gehen und frei zu werden von Konventionen und vorgegebenen Weltbildern.

Der Entwicklungsweg des Zeichen Schütze findet über das im Tierkreis gegenüberliegende Zeichen Zwillinge statt, welches im Element Luft liegt. Die Rückverbindung, welche im Zeichen Schütze damit verknüpft ist, ist die innere Stimme. Das tiefe kollektive Wissen. Eine Orientierung im eigenen Weltbild entsteht also nicht durch „Ich weiß“, sondern durch „Ich weiß es noch nicht“. Also müssen wir der Verunsicherung und dem eigenen Zweifeln im Beschreiten neuer Wege einen Platz geben und die Chance darin erkennen, dass dies das Tor zu wirklicher Weisheit ist. Die Unsicherheit und die Verwirrung in Momenten von Veränderung sind untrügliche Zeichen, dass die eigenen Konstrukte und bisherigen Glaubenssätze aufgeweicht werden und somit der eigene Blick freigegeben wird auf das, was wirklich ist. Just in diesem Moment taucht die innere Stimme auf und wir erkennen den nächsten Schritt, welchen es zu nehmen gilt.

Das aktuelle absteigende Quadrat dieses Zyklus gibt uns die Möglichkeit einen letzten prüfenden Blick auf die beschriebenen Themen zu werfen. So werden wir vermehrt damit konfrontiert, wo wir bisher von unserem eigenen Weg abgekommen sind und uns hierbei vielmehr von alten Glaubenssätzen manipulieren ließen, als dass wir dem eigenem Wissen und damit verbundenen eigenen Prioritäten gefolgt wären. Uranus im Zeichen Stier lässt uns gerade sehr schmerzlich erfahren, dass „Nix Fix“ ist. Jedoch hält das in unseren Werten stand, was gut verwurzelt ist, das was in uns einen echten Bestand und Qualität hat. Damit erleben wir eine Aufrichtung in der eigenen Haltung, wenn wir auch den scheinbaren Kleinigkeiten Beachtung schenken und den bisher vielleicht vernachlässigten Fähigkeiten in uns einen Wert geben und in der Folge dessen es wagen, mit unserem Potenzial zu experimentieren und uns auszuprobieren. Das heißt, wenn wir bisherige Konzepte loszulassen und den Sprung ins Ungewisse wagen, dann gibt es gute Chancen, dass wir greifbare Ergebnisse gewinnen werden. Dann spüren wir die Unterstützung von Saturn im Zeichen Wassermann und wir haben den herausfordernden Aspekt des Quadrats genommen und sind daran gewachsen.

Im eigenen Horoskop zeigt der Lebensbereich (das Haus), in welchem sich das Zeichen Schütze befindet, wo ich die Rückverbindung zu mir finden kann und meiner inneren Stimme folgen muss. Der Lebensbereich, in dem sich das Zeichen Wassermann befindet, ist die Bühne, auf der ich aktuell zu mir und meinem Weltbild stehen muss. Und der Lebensbereich, in dem das Zeichen Stier steht, zeigt, wo ich gefordert bin, mich mit meinen Werten auseinanderzusetzen.

Die kommende Saturn/Uranus Konjunktion wird 2032 im Zeichen Zwillinge stattfinden. Eine weitere Konstellation (neben dem Eintritt von Pluto 2023 von Steinbock in das Zeichen Wassermann), welche die Vorherrschaft des Element Luft in der Zukunft betont.

Es führt also kein Weg daran vorbei, sich dem eigenem Wissen anzuvertrauen und zuzulassen, dass das, was heute gut und stimmig ist, morgen schon wieder überholt und verbraucht sein kann.
Ob wir wollen oder nicht, wir sollten unseren Wunsch nach äußerer Beständigkeit loslassen und uns der Ruhe im Auge des Sturms öffnen. Damit haben wir gute Voraussetzungen, um in der angebrochenen Epoche die bewegliche und chaotische Qualität, welche mit dem Zeichen Wassermann und dem Luft-Element verbunden ist, als Flow und ein Strömen lassen zu erleben.

Über das „Geimpft Sein“

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Aus aktuellem Anlass werde ich immer wieder zu meiner Haltung gegenüber einer Impfung gefragt. Dies gab mir den Anstoß, hierzu einen Blogeintrag zu schreiben.

Früher habe ich mich gegen jede Impfung gewehrt. Ich bekam schon Schweißausbrüche, wenn ich nur daran dachte. Zudem ist eine Impfung ganzheitlich gesehen keine Alternative zu einer durchgestandenen Erkrankung, durch welche unser Körper Immunität und Abwehrstärke erwirbt.

Interessant wurde es für mich im Verlauf des letzten Jahres, als ich mich mit der Masern-Impfung auseinandersetzen musste und hierbei feststellen konnte: Ich bekomme keine Schweißausbrüche mehr und kann mich dem Thema Fremdbestimmung, welches für mich mit dem Impfen verbunden ist, frei öffnen. Es muss also etwas in mir passiert sein, das diese Veränderung hervorgerufen hat.

Ich kam zu dem Schluss, dass es die Folge meiner inneren Befreiung von früheren Domestizierungen und Manipulationen, sowohl durch mein Umfeld als auch durch mich selbst, sein muss.

Umgangssprachlich benutzten wir die Redensart „geimpft werden“, wenn wir von jemanden oder etwas beeinflusst werden. „Da hat dich XY gut geimpft“, sagen wir und meinen damit, dass wir von einem Anderen und dessen Meinung, dessen Wesen beeinflusst sind. Das heißt, die Meinung und die Sicht eines Anderen hat sich wie ein Schleier über die eigene Wahrnehmung und das eigene Denken gelegt.
Wir alle werden von klein auf durch unser Umfeld und durch die Gesellschaft tagtäglich „geimpft“. Auch von unserem eigenen Willen und dem innere Kritiker werden wir „geimpft“. Die Fremdbestimmung und der Fremdeinfluss ist demnach allgegenwärtig in uns.

Somit reagieren wir in unserem täglichen Erleben auf Herausforderungen und Angriffe zumeist aus unseren „Impfungen“ heraus, also aus unserem „beeinflusst sein“.
Das geht so schnell, dass wir oft im ersten Moment nicht unterscheiden können, ob es unsere eigene freie Sicht auf ein Geschehen, oder die vorgefertigte Meinung unseres Umfeldes und unsere eigene Strategie ist, welcher wir unbewusst folgen.

Meine These ist, dass wir ängstlich und aggressiv auf Fremdeinflüsse reagieren, wenn die eigene Lebenskraft, die eigene natürliche Triebnatur, von Domestizierungen bestimmt ist, also es kein Zutrauen in die eigene Tatkraft gibt. Das Natürliche, das Wilde in uns, wird meist durch Bewertungen und damit einhergehenden Manipulationen von klein auf „geimpft“ und so „passend“ gemacht, um zu funktionieren. So entstehen keine Lernfelder dafür, die eigene „Abwehrkraft“ zu erproben und hierbei ein Gespür für die eigene Kraft zu bekommen. Es fehlt also die aufmerksame und aktive Auseinandersetzung mit Misstrauen, Zweifel, Verletzung und Täuschung, welche das Spektrum im eigenen Handlungsspielraum erweitert und Vertrauen in die eigenen Gestaltungsmöglichkeiten schenkt.

Ich bin weder Impfbefürworter, noch bin ich Impfgegner. Für mich fühlt es sich frei und gesund an, wenn ich eine Impf-Entscheidung auf der Basis meines gesunden Menschenverstandes treffen kann, indem ich abwäge zwischen Notwendigkeit und Konsequenz, und mich nicht unnötig in einen Machtkampf mit einer vorgegebenen Ordnung begeben muss, oder aber die Verantwortung an einen Impfstoff abgebe, ohne dies zu hinterfragen.

Eine solche unabhängige und selbstbestimmte Haltung ist aus meiner Sicht nicht möglich, solange wir innerlich im Drama der Fremdbestimmung festsitzen. So ist die Angst (damit meine ich nicht die gesunde Angst, welche den eigenen Zweifel ernst nimmt, recherchiert und sich mit der Materie auseinandersetzt) vor gesundheitlichen Schäden durch einen Impfstoff vielleicht die Furcht davor, sich der eigenen Fähigkeit einer Immunantwort, also dem eigenen Potenzial zur Verteidigung gegen Fremdeinflüsse, zuzuwenden.

Es gibt keine Sicherheit gegen Fremdeinwirkung. Tagtäglich sind wir diesen ausgeliefert: Elektrosmog, Luftverschmutzung, Chemikalien in Kleidung, genmanipulierte Nahrungsmittel, und viele mehr.
Wenn wir uns all dem nicht mehr hilflos und ohnmächtig ausgeliefert fühlen wollen, müssen wir damit beginnen, unsere eigene Triebnatur und Lebenskraft zu stärken, also dem „Wilden“ in uns zu vertrauen. Unsere Natur ist fähig, zwischen Manipulation und Echtheit zu unterscheiden und hat eine unzählige Bandbreite an Immunantworten hierauf. So ist es vielleicht gar nicht so wichtig, ob das, was uns gerade bedroht, natürlich oder künstlich, also „echt“ oder „fake“ ist.
Vielmehr geht es vielleicht darum, die Erfahrung zuzulassen, welche unsere Natur hierbei durchlebt.

Dann kann auch aus einer Manipulation, aus etwas Künstlichem, Wachstum und Entfaltung entstehen.

Über „Lebens-Art“

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Wenn es um den Tier- und Artenschutz geht, dann engagieren wir uns gerne für eine artgerechte Haltung. Doch wie sieht es mit der eigenen Natur aus? Setzen wir uns ebenso radikal und ernsthaft dafür ein, dass jeder für sich selbst dem „inneren Tier“, also seiner Lebens-Art entsprechend, gerecht lebt?

Das „Tierische“, das Wilde in uns zeigt sich in der uns angelegten Trieb- und Instinktnatur. Diese ist gleichgesetzt mit der eigenen Lebenskraft. Hier sitzt das Ungezähmte, die Kraft, welche uns am und im Leben hält und den eigenen Bio-Rhythmus vorgibt.

Meist fürchten wir uns vor diesem Teil in unserer Persönlichkeit und versuchen diesen kontrolliert im Zaum zu halten.
Ängstlich fragen wir uns: was, wenn meine Triebnatur außer Kontrolle gerät?
Wenn wir jedoch krank werden, oder unser Leben aus den Fugen gerät, dann wenden wir uns Hilfe suchend der Lebenskraft zu. In diesen Momenten wünschen wir uns, dass unsere innere Stimme, oder das eigene Immunsystem, die Balance wiederherstellt.

Kurz gesagt: wir wollen selbst bestimmen wann uns die eigenen Triebnatur hilfreich erscheint und sie tätig werden soll, und wann sie stört und sie lieber im Verborgenen bleibt. Darin liegt das wirkliche Dilemma in Bezug auf unsere Lebenskraft.
Letztlich ist es nicht unser Trieb, welcher gefährlich ist, sondern unser Eigenwille, mit welchem wir die Kraft des Lebens missbrauchen und rücksichtslos und aggressiv werden.

Wir alle haben die Sehnsucht danach, endlich frei zu werden vom System, in welches wir uns tagtäglich hineinpferchen, um finanzielle Sicherheit, familiäre Zugehörigkeit oder gesellschaftliche Anerkennung zu gewinnen. Wir leben quasi in einer „Dauerschleife“ und wollen hieraus ausbrechen.

Um endlich einen Ausweg aus diesem Hamsterrad zu finden, werde ich oft in meiner Rolle als Astrologin gefragt: Was ist meine Lebensaufgabe? Wer bin ich?
Meine Antwort darauf lautet: Nimm dein Tier an die Hand und befreie es aus deinem inneren Gefängnis deiner Verhaltensstrategien und Prägungen.

Mit einen Blick in das Horoskop eines Menschen lässt sich das angelegte Potenzial und die damit verbundene Lebensaufgabe erkennen. Diese Erkenntnis bleibt jedoch nur ein Konstrukt, wenn die eigentlichen Aufgabe nicht angenommen wird, welche mit dem Prozess der natürlichen Entfaltung einhergeht.

Das eigene Leben wird erst dann zum Abenteuer und spürbar intensiv und lebendig, wenn wir uns bewusst für die Dynamik und den Rhythmus unserer ungezähmten Natur öffnen. Damit geben wir jedoch auch die Kontrolle aus der Hand, mit welcher wir bestimmen wollen, wohin und in welcher Form sich unser Selbst entwickeln soll.

Ich mache in der Begleitung von Menschen immer wieder die Erfahrung, dass die größte Angst vor der natürlichen Persönlichkeitsentfaltung diejenige ist, dass wir nicht mehr „funktionieren“, somit nicht mehr ins System passen und unsere Existenz und die Zuneigung anderer verlieren könnten.
So passiert es immer wieder, dass Klienten nach einer tiefen Berührung mit ihrer Lebenskraft, dem Spüren ihrer eigenen Dynamik oder einem Blick auf ihre natürliche Schönheit, die Begleitung oder das Training plötzlich abbrechen. Meist fürchten wir schon im Ansatz einer Veränderung, dass wir aus dem vertrautem Raster aussteigen und uns unbequemen Auseinandersetzungen stellen müssten. Dann erscheint es leichter, zurückzuweichen und es uns „im goldenen Käfig“ wieder bequem zu machen.

Mein persönlich meist-gehörter Satz, wenn ich wieder einmal aus dem System ausschere, ist der: Wenn du dir das leisten kannst?

Ja, diese Frage stelle ich mir wirklich jedesmal, bevor ich meinem Instinkt vertraue und die Freiheit wähle, den Weg zu gehen, welcher meiner Lebens-Art gerecht wird.

Kann ich es mir leisten eingesperrt und abhängig zu bleiben?

Mars in Konjunktion zu Lilith im Zeichen Stier am 29.01.21

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Die Lilith/Mars Konjunktion im Zeichen Stier (eigene Ressourcen) macht ein Quadrat (Spannung) zur aktuellen Sonne-Jupiter Konjunktion im Zeichen Wassermann (Freiheit/Unabhängigkeit).

Diese Konstellation fordert uns dazu auf, die eigene Komfortzone zu verlassen und uns dem Entwicklungsprozess zu stellen, welcher mit dem Widerstreit zwischen Wachstum und Freiheitsdrang einhergeht.

Welche persönlichen Themen mit dieser Zeitqualität angestoßen werden und wie sich diese auf das eigene Erleben auswirken können, zeigt sich durch einen Blick in das persönliche Horoskop. Vor allem Menschen mit Sonne oder Planeten in den fixen Zeichen (Stier, Skorpion, Löwe, Wassermann) sind besonders von dieser Konstellation berührt.

Wir durchleben Veränderungen, innere wie äußere, welche uns in der Selbstverantwortung gegenüber unseren eigenen Ressourcen herausfordern. Diese Auseinandersetzung kann dazu führen, dass wir eine radikale Inventur machen und lernen, ehrlich gegenüber uns selbst zu sein.

Diese Aufrichtigkeit bezieht sich auf die eigenen Wesensgrundlagen, also unsere eigene angelegte Natur, mit all ihren bisher angesammelten und mitgebrachten Werten, sowie Erfahrungen und Wissen, welches wir uns angeeignet haben. Aber auch Talente, die uns bereits in die Wiege gelegt wurden, gehören hier dazu.

Ich stelle folgende Fragen, welche in diesem Zusammenhang Klärung bringen könnten:

Wo missbrauche ich meine eigenen Rücklagen, also meine erworbenen und mitgebrachten Fähigkeiten (die inneren Ersparnisse), um zu beeindrucken oder um zu bekommen was ich will?

Wo spüre ich den Druck, dazugehören zu wollen, die Tür endlich zu öffnen und meinen eigenen Platz im Leben einzunehmen?

Sehe ich meine eigenen Fähigkeiten und bin ich bereit, radikal zu mir zu stehen?

Also kann ich einwilligen in das, was ich fähig bin zu tun, und in das, was ich nicht fähig bin zu tun? Oder schraube ich ständig an mir herum, um endlich „passend“ zu sein, ohne zu würdigen, was ich bereits an Potenzial habe, weil mir nicht gefällt, was ich kann und besitze und befürchte, keinen Platz zu bekommen, aus Angst davor, dass es zu wenig, nicht genug, zu anders ist, oder einfach hässlich erscheint?

Wenn wir in all das nicht einwilligen, dann ist das der Moment, in dem die eigene Natur sich wehrt und beginnt, „auf die Straße“ gehen. Diese innere Rebellion gegen die Diktatur des Verstandes und des Eigenwillens wird spürbar in Form von Wut gegen Fremdbestimmung und innerer Enge, angesichts des Chaos, welches mit dem derzeitigen Zusammenbruch einhergeht.

Zugleich gibt es ein ganz anderes Erleben in dieser Zeit: Das Gefühl, dass die Saat endlich aufgeht, das Gefühl von „im Flow sein“ und das Glücksgefühl, welches mit dem aktuellen Loslassen einhergeht. Dieses Erlebnis ist die Belohnung dafür, dass ich die Anstrengung bereits auf mich genommen habe und den steinigen Weg gegangen bin, mich auf meine wirklichen Fähigkeiten einzulassen und hierbei die Geduld und das Vertrauen in den inneren Reifeprozess investiert habe.

Hier zeigen sich nun mit der aktuellen Konstellation erste Triebe und diese geben eine Bestärkung in der eigenen Konsequenz und Ausdauer. Wir erfahren plötzlich Rückenwind und erleben, wie sich Türen langsam öffnen, die uns zuvor verschlossen blieben.

Wenn ich von „langsam“ spreche, dann meine ich das genau so. Denn sobald wir versuchen, im Moment der Euphorie schneller voranzukommen, oder die Tür gleich ganz aufzumachen, schließt sich diese wieder und öffnete sich erst wieder in der Entspannung.

So ist der Samen, den die Mars/Lilith Konjunktion sät, der Sturm.
Die ganz persönliche Aufgabe, welche damit einhergeht, ist die Unterscheidung, ob es der vielbesagte Sturm im Wasserglas ist, oder ob es um die wirkliche Revolution im Außen geht. Unabhängig davon hat jeder Sturm seinen Wert und führt am Ende zu Klärung, Neuorientierung und Wachstum.

Möglichkeiten wollen genommen werden, erfordern jedoch Ausdauer und Geduld. Wichtig ist unsere Wertschätzung dem eigenen natürlichen Rhythmus gegenüber und das Einlassen auf einen langsamen, aber nachhaltigen Wachstumsprozess.

Einmal mehr gilt: Es geht im Leben nicht darum, das vorhandene Potenzial nach den eigenen Vorstellungen zu formen, so wie wir es gerne hätten. Es geht darum, einzuwilligen in diejenige/denjenigen, die/der ich bin und ein „Ja“ zu geben dem Wunder, welches sich offenbart, wenn die eigene Natur das Ruder übernimmt.