Über die menschliche Identität

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Aus meiner Sicht befinden wir uns derzeit in einer weltweiten Identitätskrise. Also: wir, als Menschheit, sind auf der Suche nach unserer Identität.
Ganz langsam wächst das Bewusstsein in uns, dass wir vielleicht viel mehr das Produkt unserer vertrauten Gewohnheiten und künstlichen Abhängigkeiten sind, statt unsere wirkliche Bestimmung zu leben.

Als ich im Alter von 28 Jahren, während meines Astrologie Studiums, die Grundstruktur meines Wesens erkannte, glaubte ich zu wissen, wer ich bin. Ich dachte wirklich, ich sei am Ziel angekommen und stellte mir die Frage: „Und was jetzt?“.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es eines ist, etwas zu erkennen und zu wissen, und ein anderes, es zu durchleben und in dem eigene Erfahrungen zu machen. Um diejenige zu werden, die ich heute bin, musste und muss ich also meinen Weg gehen. Hierbei mache ich meine Lebenserfahrungen und in der Folge dessen reift und entfaltet sich meine Identität. Diese wirkt ohne Worte und braucht kein Rollenbild.

Für mich als Schütze-Frau war die größte Hürde zur Entfaltung meiner Persönlichkeit die, mich auf den Weg einzulassen und hierbei zu lernen, das Ziel loszulassen ohne es aufzugeben. Ich musste also das Vertrauen entwickeln, nicht forcieren zu müssen, um mein Ziel zu erreichen.

In anderen Worten: Die eigene Identität ist bereits zum Zeitpunkt der Geburt angelegt, wie eine Seerose, welche am Grunde des Teiches ihres Wurzeln hat und erst einmal im Dunklen und Verborgenen wächst. Die Pflanze wächst dem Licht an der Wasseroberfläche entgegen bis zum Zeitpunkt der Blüte. Dahinter steckt das Gesetz des natürlichen Wachstums, welches immer dem Licht entgegenstrebt.

Die Geschichte unseres Mensch-Seins ist davon geprägt, dass wir zu Beginn unserer irdischen Existenz der Natur ausgeliefert waren. In dem waren wir uns als Menschen der Macht unseres Geistes und der damit verbundenen Intelligenz noch nicht bewusst. Das heißt, wenn ich den Vergleich zur Seerose nehme, dass die Wurzeln unserer Menschheit, der Anfang unserer Geschichte, im Dunkel unseres Unbewussten liegen. Damit verbunden sind Erfahrungen von Unterwerfung und Entbehrung. Wir haben uns der Natur ausgeliefert und machtlos ihr gegenüber empfunden.
Auch wir Menschen folgen einem natürlichen Wachstum und streben in unserer Entwicklung dem Licht entgegen. So haben wir immer mehr an Bewusstsein gewonnen. Je mehr wir ins Licht kamen, umso mehr erschien uns das Dunkel unseres Unbewussten als primitiv. Wir erkannten, dass wir ertragsorientiert und erfolgreich in der Auseinandersetzung mit der Natur sein können, wenn wir unser Wissen einsetzen und uns so die Erde untertan machen. Es ist der Versuch, uns aus dem Los der Abhängigkeit von den Gesetzen des Lebens zu befreien.

So identifizieren wir uns heute über Macht und Kontrolle. Dahinter steckt das Ego in unserer Menschlichkeit, welches die Herausforderungen der Natur persönlich nimmt. Dieser Machtkampf mit dem Leben soll vor Schmerz und Ohnmacht vergangener Entbehrung schützen. Wir wollen damit einen Ausgleich schaffen für vergangene Einschränkungen.
Unser Umgang mit Natur ist der Spiegel für unsere persönlichen Beziehung zu uns selbst. Damit meine ich, dass wir auch mit der Natur unserer Persönlichkeit im Machtkampf sind. Meist wollen wir anders sein oder besser sein, als das „was“ und „wie“ wir sind. Dann beginnt das Formen, das Ausbeuten, das Beschneiden und der Missbrauch dem eigenen Selbst gegenüber. Wir kommen gar nicht auf die Idee, dass es vielleicht darum gehen könnte, uns selbst liebevoll an die Hand zu nehmen und dadurch zu lernen, Wachstum zu schützen und Grenzen zu akzeptieren.

Die Identitätskrise, von welcher ich eingangs geschrieben habe, bezieht sich aus dieser Sicht auf unsere Verantwortung dem Leben gegenüber. Ich glaube, dass wir hierzu verzeihen müssen: uns selbst und den Gegebenheiten der Erde.

In meiner eigenen Entwicklung war es unabdingbar meine eigene Wesensanlage anzunehmen. Erst mit dem Schritt, mich auf mich selbst einzulassen, habe ich damit begonnen, meinen Weg zu gehen. Erst dann konnte ich verzeihen, mir selbst und den Umständen meines Lebens. Somit wurde ich selbst verantwortlich für das, was ich kann und die, die ich bin. Meine eigene Natur war nicht mehr länger etwas, das es zu besiegen oder zu formen gilt. Ich erkannte, dass es um meine Einwilligung in eine ebenbürtige Partnerschaft mit dieser geht.

Als Beispiel möchte ich eine kurze Exkursion in meine Erfahrung in der Paarbegleitung machen. Immer wieder erlebe ich es, dass Paare weniger daran interessiert sind, aneinander zu wachsen, als vielmehr daran, den anderen zu Gunsten der eigenen Wünsche zu formen. Meine erste Frage an Paare ist daher die: Liebst du deinen Partner so, wie er jetzt gerade ist? Ohne die Aussicht auf Veränderung und auf das, was möglich oder unmöglich ist?
Nur, wenn es hierzu ein „Ja“ gibt, macht eine Begleitung aus meiner Sicht Sinn, da es für mich in einer ebenbürtigen Partnerschaft immer um Akzeptanz geht: Die Akzeptanz sich selbst und die Akzeptanz dem Partner gegenüber.

Interessant ist, dass viele Menschen Akzeptanz mit Hinnehmen verbinden und keinen Sinn sehen in etwas sehen, wenn es nichts zu erreichen gilt. Dahinter stecken vergangene Erfahrungen von Kleinheit und Ohnmacht.

Die Krise, in welcher wir als Menschheit stecken, fordert uns dazu auf, den Planeten Erde und alle Lebewesen als Partner zu verstehen. Lange Zeit haben wir unsere Identität damit verbunden, zu wissen wer wir sind und wissen was wir wollen. Wir haben uns über unsere Ziele und Projekte definiert. Hieraus resultierte ein lineares Denken. Mit der Eigenschaft des Dienen hat die Menschheit sich bisher nur ungern identifiziert.

Langsam begreifen wir, dass unser Zusammenleben mit der Natur nur funktionieren kann, wenn wir sie als ebenbürtigen Partner anerkennen.
Dies bedeutet: weder die Natur bestimmt uns, noch bestimmen wir die Natur. Es geht um die Akzeptanz von Grenzen, ohne, dass diese die menschliche Kleinheit bedeuten. Letztendlich sind wir nur ein Teil im natürlichen Kreislauf des Biokosmos „Leben“. Unser Wachstum ist nicht linear, es ist dynamisch und an Zyklen gebunden.

Nur auf der Grundlage dieses Wissen können wir gute und neue Wege gehen.
Die oberste Priorität muss unsere Verantwortung für ein ökonomisch und ökologisches Gleichgewicht haben. Hierfür soll unser Wissen über unser Bewusstsein genutzt werden. So nehmen wir eine neue Identität an.
Natur und Mensch sind dann nicht länger Gegner: beide können voneinander profitieren und beide können sich gegenseitig etwas geben. Die menschliche Herausforderung ist die Ebenbürtigkeit und das Loslassen von Machtgebaren.

Über Bedürfnisse und Verletzlichkeit

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Es ist das „Ich brauche“ oder „Ich brauche nichts“, sowie das „Ich habe“ oder „Ich habe nichts“, welches aktuell auf den Kopf gestellt wird.

Wir alle sind mit diesen Annahmen konfrontiert, unabhängig davon, ob wir bisher eigenständig und autonom oder unselbstständig und abhängig gelebt haben, ob wir durch die aktuelle Krise in Not geraten sind oder „Glück“ hatten und versorgt sind.

Menschen, welche in ihrer Autonomie verankert sind, haben sich oftmals eine Bedürfnislosigkeit zugelegt: „Ich brauche nichts, somit laufe ich auch nicht Gefahr, in eine emotionale Krise zu kommen.“
Damit einher geht oftmals eine Fassade von Unberührbarkeit und Distanz. Unbewusst hält man sein Umfeld auf Abstand, um so erst gar nicht in die innere Bedrängnis von „Ich brauche“ zu kommen.
Dem gegenüber stehen Menschen, welche auf ihre Bedürfnisse fixiert sind. Dies zeigt sich oftmals in einer Grundhaltung, in welcher man immer „geben“ muss, um zu „bekommen“. Dadurch ist man in ständiger Bereitschaft, die Erwartungen seines Umfeldes zu bedienen, um sich so die Erfüllung der eigenen Wünsche diplomatisch zu erarbeiten.

Beide Haltungen sind eine Flucht vor der Verbundenheit mit sich selbst. Erst durch die Würdigung und die Akzeptanz der eigenen Bedürfnisse gewinnt man Zugang zur eigenen Verletzlichkeit. Diese wird fühlbar, wenn wir uns ungeschminkt und ehrlich mit dem zeigen, was wir uns wünschen und was wir brauchen.
Das heißt: meist sind wir damit beschäftigt, unsere Wünsche und unser Wollen zu kontrollieren oder Strategien zur Erfüllung unserer Erwartungen zu entwickeln. So möchten wir der Leere und der Enttäuschung entgehen, welche dann auftaucht, wenn wir uns in die Stille und in die Notwendigkeit der eigenen Zuwendung begeben.
Eine emotionale Enge ist meist die Begleiterscheinung, wenn wir uns unseren Sehnsüchten und Bedürfnissen zuwenden. Diese gefühlte innere Not wird sich wenden, sobald wir erkennen, dass es nicht um eine Lösung im Außen geht.
Es geht nicht darum, nach dem ersehnten Platz in der Gemeinschaft oder nach liebevoller Zuwendung durch das Umfeld zu streben, sondern Akzeptanz der eigenen Empfindsamkeit und der eigenen Bedürftigkeit gegenüber zu schaffen. Dies bildet die Grundlage zur bedingungslosen Selbstliebe.
Erst dann kann man für sich selbst beurteilen, was man braucht oder nicht braucht, um sich geliebt und angenommen zu fühlen.

Die Achillesferse unseres Menschseins ist die Verletzlichkeit in unserem Wunsch nach Liebe. Wir sehnen uns nach liebevoller Zuwendung, um uns gesund entwickeln zu können, und gesund zu bleiben.
Interessant finde ich, dass wir „Brauchen“ und „Bitten“ meist nicht mit persönlicher Größe und emotionaler Freiheit in Verbindung bringen. Ganz im Gegenteil: je größer unser Bewusstsein wird und je mehr wir zu geistiger Unabhängigkeit gelangen, umso peinlicher werden uns oftmals die eigenen einfachen Bedürfnisse nach liebevoller Zuwendung und bedingungsloser Unterstützung, umso mehr suchen wir nach Rechtfertigungen und logischen Erklärungen für das, was wir uns von anderen wünschen, was wir brauchen, um uns wohl und sicher zu fühlen.
Sich mit den eigenen Bedürfnissen zu zeigen, ohne diese zu bemänteln, macht uns angreifbar. Damit laufen wir Gefahr, gedemütigt, kleingemacht, verurteilt, enttäuscht oder zurückgewiesen zu werden.

Hinter diesen Ängsten steckt jedoch die eigene Selbstverurteilung und Selbstbewertung.
Wir können uns unsere eigenen Bedürfnisse zugestehen und damit beginnen, uns ehrliche Fragen zu stellen:
Was fehlt mir wirklich? Was brauche ich wirklich?
Was gestehe ich mir an Wünschen und Bedürfnissen derzeit zu? Gibt es Tabus, welche ich mit ihnen verbinde?
Nutze ich die aktuelle Situation oder lenke ich mich ab?
Welche neuen Erfahrungsräume eröffnen sich mir und kann ich diese erkennen und annehmen?

Die Antworten hierauf gilt es, für sich selbst zu akzeptieren, auch wenn diese im Widerspruch zum eigenen Wollen stehen und zur Bedrohung für die eigene Komfortzone werden. Nur so lösen wir uns von einer künstliche Abhängigkeit, welche uns zu Gefangenen unseres „Haben-wollens“, „Haben-müssens“ und „Bestimmen-wollens“ macht. Nur so entlassen wir unser Umfeld aus der Rolle des „Verantwortlich-seins“ für unsere enttäuschten Erwartungen, unser eigenes Mangelempfinden oder für die eigenen Unzulänglichkeiten.

Damit meine ich nicht, dass wir niemanden mehr brauchen.
Ganz im Gegenteil: diese Eingeständnisse sind die Voraussetzung zur Akzeptanz von unserem „ich brauche“, jedoch nicht um den Preis der Kleinheit oder Abhängigkeit. Lediglich die Fixierung darauf, es auf eine bestimmte Art und Weise bekommen zu wollen, fällt weg. In der Folge dessen können wir die neuen Möglichkeiten nutzen, welche uns nun zur Verfügung stehen, und müssen uns nicht länger vor Enttäuschung und Zurückweisung fürchten oder dagegen ankämpfen.
Auch wenn dies vielleicht zu einer anfänglichen Überforderung in unseren widersprüchlichen Gefühlen führt, fühlen wir uns dennoch innerlich frei und friedvoll, da wir die eigenen wahrhaftigen Gefühle nicht mehr leugnen müssen, um Zuwendung und Liebe zu erfahren.

So geht es aktuell also nicht darum, ob ich „bekomme“ oder nicht. Es geht darum, was ich zu „geben“ habe und wie ich mir selbst in meinen Bedürfnissen dienen kann. Durch diese Haltung wird es mir möglich, völlig neue Wege zu erkennen und mich von selbst auferlegten Fesseln zu befreien.

Über die Kraft der inneren Stimme

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Auf der einen Seite gibt es Wissen in Form von Analyse und Fakten, der Wissenschaft zugeordnet, auf der anderen Seite gibt es Wissen in Form von Gefühl. Hier sagt mir meine innere Stimme, ob sich etwas gut und stimmig oder falsch und verdreht anfühlt.

Wir alle werden mit einer gesunden inneren Stimme geboren. Das heißt: jeder von uns trägt bereits eine individuelle Unterscheidungsfähigkeit und hieraus folgende Urteilskraft in sich. Diese Grundhaltung basiert auf den eigenen Werten und den damit verbundenen Bedürfnissen. Jeder Mensch braucht also für seine persönliche Entwicklung etwas anderes. Die innere Stimme weiß, was die eigene Persönlichkeit nährt, heilt und sie wachsen lässt.

Allerdings werden wir auch in eine bestimmte Familie und Kultur hineingeboren, welche uns prägt. Dadurch wird das eigene Wissen im Laufe unseres Heranwachsen immer mehr durch das Denken der Gemeinschaft, der Familie und der Kultur überlagert und eingefärbt.
So verlieren wir das natürliche Vertrauen in unsere eigene Stimme, besonders wenn diese nicht mit dem Allgemeinwissen oder mit der Meinung des näheren Umfeldes übereinstimmt.
Zugleich gibt es meist wenig offene Reibungsfläche im Austausch innerhalb der Gemeinschaft, die dazu führen könnte, die eigene Meinung zu überprüfen und hierbei zu lernen, durch Kritik und Ablehnung innerlich zu reifen und somit zu einem gesunden Verständnis über sich selbst und den eigenen Platz in der Welt zu kommen.

Ob ich es wage, meiner inneren Stimme zu folgen, oder mich an der Meinung von Autoritären orientiere, ist abhängig vom jeweiligen Grad der eigenen inneren Freiheit. Die eigene Freiheit zu leben hat allerdings meist den Preis, dass man auf sich selbst gestellt ist. Man muss also das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Harmonie und Sicherheit durch Rückhalt loslassen.

Als ich zwölf Jahre alt war, verspürte ich den Wunsch nach einem Rückzugsraum in Form eines eigenen Zimmers. Das geteilte Zimmer mit meiner jüngeren Schwester wurde mir „zu eng“. Nach vielen Diskussionen mit meinen Eltern, welche immer mit einem Nein endeten, beschloss ich, das vorhandene, stets leerstehende Gästezimmer „zu besetzen“. Es folgten zwei Wochen, in denen meine Eltern versuchten, durch Entzug von Komfort – die Tür zum Treppenhaus blieb nachts offen, ich durfte meine eigene Bettdecke nicht benutzen, usw… – das Gästezimmer zu retten. Meine Beharrlichkeit war am Ende aber stärker und ich bekam mein eigenes Reich.

Dies war eine prägende Erfahrung für mich. Es war nicht einfach, zwei Wochen mit dem „Entzug“ zurechtzukommen. Doch meine innere Stimme war fest und ich fühlte die Dringlichkeit hinter meinem Anliegen. Es ging nicht um einen Machtkampf, sondern um das tatsächliche Bedürfnis nach Freiraum. Dadurch lernte ich, dass es sich lohnt, den Preis von Entbehrung zu zahlen, um dadurch einen Wunsch zu verwirklichen.

Auch später in meinem Leben habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass ich mich gegen Autoritäten wie Ärzte oder Lehrer mit meiner eigenen Stimme stellen kann, wenn sich deren Meinung für mich nicht stimmig anfühlt. Auch hier war die Erkenntnis: Ich musste durch den Engpass von „Allein-Sein“ und „auf-mich-selbst-gestellt-sein“ hindurchgehen, um am Ende Respekt und Anerkennung zu bekommen.

Ich spreche hier übrigens nicht von dem Leid, welches oftmals mit einer Fixierung auf materielle Werte oder Rollenbilder einhergeht und Menschen in Ohnmacht und Verzweiflung hält.
Die innere Stimme weist den Weg zu dem, was ich brauche, um mich selbst verwirklichen zu können. Sie ermutigt, die- oder derjenige zu werden, welche oder welcher man in der eigenen Wesensanlage wirklich ist. Der gesunde innere Impuls steht oftmals in großem Widerspruch zu dem, was man gerne sein möchte oder was man glaubt, sein zu müssen, um Erfolg, Wohlstand und Anerkennung zu erlangen.

Der inneren Stimme zu folgen bedeutet also, weder die Tatsachen einer Situation oder das eigene Selbst zu leugnen, noch sich der eigenen Stimmungslage zur Verfügung zu stellen. Es ist ein innerer Impuls, welcher wider besseren Wissens sagt: „Nein, tu das nicht“ oder „Ja, das ist es“. Dafür gibt es keine Erklärung und wenn ich diesem Impuls nicht folge, dann bleibe ich mir selbst nicht treu. Diese Haltung ist die Grundlage zur Unterscheidungsfähigkeit: Die Fähigkeit zur Reflexion und die Gabe, sich selbst zu versorgen. Anders formuliert: ich bin fähig, meine eigenen Motivationen zu hinterfragen und mich in den damit einhergehenden Empfindungen, wie beispielsweise Frustration, Mangel oder Scham, zu halten.

Je herausfordernder die Umstände, umso wichtiger ist der eigene Kopf. Dies kann man in der aktuellen Krise, welche unseren Alltag derzeit bestimmt, gut beobachten. Die Phase der Informationsflut ist vorbei, nun befinden wir uns in der Phase des „noch nicht wissen“. Beides verunsichert: zu viel Information und zu wenig Information.
Fragen, die in diesem Zusammenhang auftauchen, sind: Wem kann man glauben? Was ist wahr an all dem, was mich über die Medien erreicht? Was bedeutet all dies für die Zukunft? Wann wird unser Leben wieder normal?

Letztens habe ich eine Frage an York Hovest (Fotomodell, Fotograf und Umweltaktivist), welcher mit Dalai Lama befreundet ist, im Eins zu Eins Talk des Bayrischen Rundfunk gehört. Die Frage des Moderators: „Herr Hovest, was denken sie würde uns der Dalai Lama zum Umgang mit dem Virus raten?“. Seine Antwort: „Nüchternheit und Mitgefühl“. Einfach genial.

Für mich brachte Hovests Antwort die Lage auf den Punkt: Es geht darum, sich selbst in den eigenen Befindlichkeiten nicht zu wichtig zu nehmen, sich aber trotzdem die notwendige Zuwendung zu geben, die man braucht. Einen Zugang zur eigenen Wahrheit findet man, wenn man mit sich selbst im Frieden ist.

Ich glaube, die wirkliche große Herausforderung, welche derzeit mit dem Lockdown und den noch folgenden Konsequenzen einhergeht, ist die, sich selbst nicht zu bewerten und zu verurteilen für die eigenen Bedürfnisse und Wünsche, aber auch nicht in die kleinen und großen Dramen zu verfallen, welche damit einhergehen.
Beides verhindert den Zugang zur eigenen inneren Stimme.

Über den Umgang mit Angst vor COVID-19

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Mit diesem Blogeintrag möchte ich noch einmal Bezug nehmen zu meinem vorherigen Blogeintrag, vom 17.03.2020.

In den letzten Tagen haben mich immer wieder Nachrichten erreicht mit dem Aufruf, dem Virus mit Liebe und der Entmachtung der eigenen Angst zu begegnen: Das Virus, sei ein Gespenst unserer Angst und Vorstellung.
Ich persönlich verspüre hinter diesen Botschaften nicht weniger Angst als in der Auffassung derjenigen, die den Virus als größte Bedrohung der Menschheit unserer Zeit einstufen und die Herausforderungen im Umgang mit dem Virus gar als Krieg definieren. Beides ist aus meiner Sicht, der der Lebens-Alpinistin, eine Leugnung der Realität und ein menschlicher Versuch, einen Umgang mit der Situation zu finden.

Das Virus ist keine Strafe. Es ist einfach da und zeigt uns die menschliche Ohnmacht im Angesicht der Natur. In dem erleben wir gerade ganz konkret, in Form der Auswirkungen des Virus, wie es sich anfühlt, wenn die Natur uns ihre Macht zeigt.
So bekommt die Klimaschutz-Bewegung der vorangegangenen Monate ein völlig neues Gewicht. Wir beginnen, die Auswirkungen unserer Lebensweise auf die Natur zu begreifen. Ebenso wird uns bewusst, dass Solidarität nicht vor der eigenen Haustür enden kann, privat sowie auch national.
Wenn wir also jedes einzelne Menschenleben schützen und retten wollen, dann erkennen wir, wo wir in der Vergangenheit diese Menschlichkeit geleugnet und vergessen haben. Beispielsweise denken wir an die vielen Flüchtlinge, welche im Meer ertrunken sind oder in Flüchtlingslagern starben, und immer noch weiter sterben.
Hier haben wir bisher die Menschlichkeit missen lassen und die Augen davor verschlossen, dass auch hier jedes einzelne Menschenleben geschützt werden muss.

All diese bewussten und unbewussten Erkenntnisse, sowie die Angst vor kommenden Konsequenzen, wenn wir uns einer Veränderung unserer Lebensweise zugunsten der Natur und der Menschlichkeit öffnen, vermischen sich derzeit mit der Angst vor dem Virus.

In meinem letzten Blogeintrag habe ich euch dazu ermutigt, das Erfahrungsfeld, welches mit dem Virus einhergeht, anzunehmen. Damit meinte ich nicht, dass wir das Virus stoppen können, wenn jeder seine Themen hierzu bearbeitet.
Dies wäre Überheblichkeit und nur eine weitere Blüte menschlicher Machtgebärde im Umgang mit Naturgesetzen. Vielmehr möchte ich dazu ermutigen, zu erkennen, was jeder für sich selbst in der aktuellen Situation lernen kann, um hieraus eine neue Haltung der Welt, der Natur und den Mitmenschen gegenüber zu entwickeln.
Dies kann in der Folge dazu führen, dass wir als menschliche Gemeinschaft beginnen, neue Regeln aufzustellen, auf der Basis, dass wir als Mensch nur Gast auf diesem Planeten sind: die Natur, unser Planet Erde, wird uns definitiv überdauern.

Der Virus ist real.
So fühlen wir reale Ängste vor einer realen Bedrohung. Zugleich sind wir aber alle darin gefordert, uns nicht den eigenen Vorstellungen und Projektionen zur Verfügung zu stellen, welche damit einhergehen. Diese sind Schimären, welche aus der Reproduktion vergangener Erfahrungen in der eigenen Lebensgeschichte und der Geschichte unserer Ahnen hervorgehen.
Der neue, der eigene Weg, um mit dieser Krise umzugehen, befindet sich in jedem von uns selbst und kann nur durch Präsenz und die wertfreie innere Haltung geboren werden: durch die Nacht zum Licht.
Es ist also die Kraft der Gegenwärtigkeit, welche in der aktuellen Krise steckt und die jeder für sich nutzen kann, um so eine stabile Basis in sich selbst zu finden.

An dieser Stelle möchte ich gerne den Vergleich zum Alpinismus wählen. Wenn ich mich der Bergwelt aussetze, bin ich mir der realen natürlichen Gefahren, welche damit verbunden sind, bewusst.
Schon als Kind wurde mir bei den gemeinsamen Familien-Wanderungen und Klettertouren in den Bergen immer wieder eingeschärft, aufmerksam, konzentriert und vorsichtig zu sein. Den Blick auf den Weg gerichtet und jeden Schritt prüfend aufsetzen. Zum Rundblick anhalten: ganz wichtig.
Diese Haltung beruht auf Respekt der Natur des Berges gegenüber. Die eigene Vorsicht rettet das eigene Leben und schützt das Leben der Seilgefährten. Es geht nicht darum, bei Hindernissen gleich aufzugeben, jedoch sollte man diesen auch nicht in Überheblichkeit begegnen und hierbei die eigene Ängste ignorieren.

Sehr geprägt hat mich als achtjähriges Mädchen ein Bergerlebnis mit meiner jüngeren Schwester, die damals sechs Jahre alt war. Diese bekam beim Überqueren einer Gletscherspalte plötzlich Panik und ihre Beine zitterten völlig unkontrolliert: sie konnte nicht mehr weitergehen.
Nie werde ich den Gesichtsausdruck meines Vaters vergessen, welcher durch die Reaktion meiner Schwester selbst in Angst und Panik geriet und im ersten Moment nicht wusste, wie er mit dieser Krise umgehen soll. Er begann, auf meine Schwester einzureden, indem er damit drohte, was alles passieren würde, wenn sie nicht sofort weitergehe: „Je höher die Sonne steigt, desto mehr schmilzt das Eis und die Überquerung der Spalte wird immer gefährlicher.“ „Du bringst uns alle in Gefahr und wir werden verunglücken!“
Am Ende war die Angst vor den Drohungen meines Vaters größer als die Angst vor einem mögliche Absturz und meine Schwester ging weiter. Gelöst war die Angst meiner Schwester dadurch aber nicht. Bis heute meidet sie Klettersteige und das Hochgebirge.

Mein Vater hätte sich aber auch seine Verletzlichkeit und die Angst um seine Familie in diesem Moment eingestehen können. Es hätte sein Verständnis für die Angst meiner Schwester und sein Bestärken in ihre Fähigkeiten gebraucht, um ihr dadurch das notwendige Selbstvertrauen zu schenken, die Situation vorsichtig und in ihrem eigenen Tempo zu meistern.

Sowohl in meinem Beispiel als auch in der aktuellen Krise geht es um die Angst im Umgang mit einer realen Bedrohung.
Die Gletscherspalte kann tödlich sein, wenn man abstürzt. Auch das Corona-Virus bedeutet für viele Menschen den Tod. In beiden Fällen braucht es die persönliche Geistesgegenwart, die eigene Angst zu akzeptieren und sich selbst in Folge dessen in Verständnis und Geduld zu begegnen. Erst dann wird eine aktive Auseinandersetzung mit der Herausforderung möglich.
Hilfreich können hierbei meine Anregungen zur eigenen Instinktnatur im Zusammenhang mit COVID-19 sein, wie ich sie in meinem vorangehenden Blogeintrag beschrieben habe.

Abschließend möchte ich sagen, dass es für mich in der aktuellen Situation nicht darum geht, Angst oder keine Angst zu haben. Für mich geht es um ein Gleichgewicht zwischen Verletzlichkeit und Eigenmacht.
Erst wenn es gelingt, sich den eigenen wunden Punkt zuzugestehen, findet sich die Medizin in der persönlichen Lebenskraft, welche Selbstvertrauen und Veränderung bewirkt.

Über Unsicherheit und Zuversicht

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Mit diesem Blogeintrag möchte ich Mut machen, die eigene Unsicherheit, welche mit der aktuellen Krise einhergeht, einzuladen und sich den eigenen persönlichen Erfahrungen hierbei zu öffnen.

Mein eigenes Erleben zu Beginn dieser Welle war: Wahnsinn, jetzt geht es los!

Daraufhin packte mich erst einmal die Auflösung meiner Selbst, ganz im Sinne meines Fische-Aszendenten.
Ich durchlebte nochmals die realen Erlebnisse einer Fruchtwasservergiftung, die ich als Ungeborenes kurz vor meiner Geburt erlitt, und die Todesängste, die damit einhergingen. Dies hat mich dazu animiert, mich vertiefter in meine tägliche Meditation zu begeben.
Mein nahes Umfeld wurde dadurch völlig verunsichert: wenn selbst ich, die ich sonst sehr gefasst in solchen Situationen bin, innerlich einknicke, wie schlimm ist die Lage dann wirklich?
Doch nach einigen Tagen war ich wieder ganz bei mir und krisenfest in meiner inneren Haltung. Der Schlüssel hierzu war meine konsequente, wertfreie Zuwendung mir selbst gegenüber und mein Annehmen der auftauchenden alten Traumata und der damit verbundenen Panik.
Die Meditation begleitet mich seither mehrmals am Tag und eröffnet mir den Zugang zur lichten Seite der aktuellen Bewegung: Tiefe, Klarheit und Transformation. Gerne möchte ich euch schon vorab dazu einladen, mit mir gemeinsam im wertfreien Atmen zu sitzen, abends täglich zwischen 18:00 – 19:00 für 30 Minuten. Dabei geht es mir nicht darum die Welt zu retten. Vielmehr finde ich den Gedanken schön, uns gegenseitig in unserer Präsenz zu unterstützen. Was aus dieser potenzierten Kraft dann entstehen mag ist wunderbar, jedoch kein Muss.

Für uns alle ist derzeit nichts mehr so, wie es bisher war. Die weltweiten Veränderungen und die damit einhergehenden Umstrukturierungen haben uns physisch und materiell erreicht. Immer mehr werden wir mit Einschränkungen konfrontiert und der Ungewissheit, wann und wie es weitergehen kann. Dazu kommt die Angst vor drohender Erkrankung oder möglichem Existenzverlust. Wir fürchten nicht nur ums selbst, sondern auch um unsere Familie und den Freundeskreis. Der Zusammenbruch unseres gesellschaftlichen Lebens und die Bedrohung von Grundexistenz ist nicht mehr länger weit weg, sondern steht plötzlich vor unserer Haustür.

Wir sind aus unserer Komfortzone geholt worden. Unsere Blase von scheinbarer Sicherheit in Form von bisherigen Konstrukten aus Macht und Kontrolle, scheint zu platzen. Auf vielen unterschiedlichen Ebenen sind wir derzeit gefordert, die Veränderungen zuzulassen und uns für neue Einsichten und eine neue Gesamtstruktur zu öffnen. Die Saturn/Pluto Konjunktion lässt grüßen.

Im Sinne meiner Philosophie der Lebens-Alpinistin geht es gerade für uns alle darum, im Angesicht der Macht der Natur, in Form des Coronavirus, das eigene menschliche Maß zu finden und hierbei die eigenen Fähigkeiten zu erproben. Die Natur zeigt uns ihre Größe und fordert jeden persönlich in Demut und Akzeptanz der eigenen Grenzen gegenüber. Zugleich wird jeder einzelne gezwungen, über sich selbst hinauszuwachsen und Lösungen zu finden, welche in der eigenen Vorstellung bisher als unmöglich erschienen.

Das Virus COVID-19 kommt aus dem Tierreich. Meine These hierzu ist, dass die Chance dieser Erfahrung die Integration der eigenen Triebkraft sein kann.
Damit verbunden ist der verstoßene Wesensanteil in uns, das unkontrollierte Tier, die unterdrückte Lebenskraft, welche liebevoll an die Hand genommen werden möchte und seinen Platz in der eigenen Persönlichkeit einfordert.
Es ist ein großer Schritt in der heutigen Gesellschaft, wenn wir beginnen, der eigenen Wildnis, der Triebhaftigkeit in uns, in Demut und in Hingabe zu begegnen. Damit meine ich nicht, dass jeder tun kann, was er will und dass wir ohne Rücksicht unsere Begierden und Leidenschaften ausleben sollen.
Es ist aber auch keine Lösung, unseren unbewussten Antrieb hinter Rollenbildern zu verstecken oder durch Gesetze und Regeln kontrollieren zu wollen. Vielmehr geht es darum, uns bewusst zu werden darüber, was uns antreibt. Wir dürfen damit beginnen, uns dessen nicht zu schämen und uns selbst nicht zu verurteilen, wenn die Motivation hinter unserem Wollen ein Tabu ist.

Aus meiner Sicht haben die eigene Unsicherheit im Umgang mit COVID-19 und die damit einhergehenden Ängste ihre Wurzeln im Misstrauen und der Bewertung der eigenen Instinktnatur gegenüber.

Befürchte ich, manipulierend und grenzüberschreitend zu sein, wenn ich mich durchsetze und mich selbst behaupte?
Befürchte ich die Isolation, wenn ich mich in meiner wahren Natur zeige?
Befürchte ich den Verlust von sozialen Kontakten, wenn ich meine Grenzen klar definiere?
Befürchte ich die Fremdbestimmung, wenn ich mich berühren lasse?

Diese Fragen können helfen, den eigenen Erfahrungsfeldern, welche unbewusst hinter der Unsicherheit im Umgang mit dem Virus liegen, auf die Spur zu kommen. So ist der erste Schritt, mutig die innere Verunsicherung, welche mit den materiellen Auflösungen einhergehen, zuzulassen, sich also die eigene Ohnmacht in Bezug auf das aktuelle Geschehen einzugestehen und den Kampf im Außen aufzugeben.
Damit hat man die Klinke der Tür in der Hand, welche zum persönlichen Schutzraum und zum inneren Krisenmanagement führt. Die eigene innere Haltung ist gefordert. Damit einhergehend entsteht die Herausforderung, sich selbst fürsorgend zu behandeln und zugleich die eigene Person nicht zu wichtig zu nehmen.

Es ist die wertfreie Konzentration in der Meditation und die liebevolle Zuwendung sich selbst gegenüber, welche die Kreativität hervorbringt. Hieraus ergibt sich eine authentische Haltung, welche plötzlich neue Möglichkeiten sichtbar werden lässt und die Basis für weitere Schritte vorgibt.

Wenn ich mich darauf einlassen kann,

…dann werde ich tätig und nutze die eigenen individuellen Fähigkeiten, um mit der Krise und den damit einhergehenden persönlichen Herausforderungen umzugehen.
…dann wähle ich meine eigene innere Stimme und mache mir mein eigenes Bild über die aktuelle Situation.
…dann wird das Licht am Ende des Tunnels sichtbar und die Zuversicht gewinnt die Oberhand.
…dann gewinne ich eine nüchterne Einschätzung der Gesamtlage unseres Planeten und die Aufmerksamkeit bleibt nicht nur auf meinen persönlichen Erlebnisraum beschränkt.

Der homöopathische Leitspruch: „Ähnliches mit Ähnlichem Heilen“ ist vielleicht die aktuelle Formel, um ein Gleichgewicht zur Natur wiederherzustellen.
Wenn wir die Natur und das Wilde in uns selbst wertschätzen und lernen, diese zu respektieren und nicht länger als primitiv zu bewerten, dann beginnen wir die Natur nicht länger nach unserem Willen bestimmen und kontrollieren zu wollen. Vielmehr geht es darum zu begreifen, dass die Natur uns dienen kann, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass wir ihre Gesetze respektieren.

Kurz gesagt: Im besten Falle resultiert aus der aktuelle Lage, dass wir unsere bisherige Lebensweise auf den Kopf stellen und uns dem Unmöglichen stellen.

Die Jupiter/Pluto Konjunktionen 2020 im Zeichen Steinbock

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In diesem Blogeintrag möchte ich euch über die Jupiter/Pluto Konjunktion im Zeichen Steinbock erzählen. Diese Konjunktion ereignet sich dieses Jahr insgesamt dreimal in der Zeit zwischen April bis November. Neben der großen Konjunktion von Saturn/Pluto, welche am 12.01.20 stattgefunden hat, ist diese Konjunktion eine weitere prägende Station in den aktuellen Bewegungen.

Die letzte Konjunktion fand am 12.12.2007 im Zeichen Schütze und die vorletzte am 02.12.1994 im Zeichen Waage statt. Um die Themen der aktuellen Jupiter/Pluto Konjunktion in der persönlichen Entwicklung besser einordnen zu können, ist es hilfreich zu erforschen, welche Veränderungen und Impulse, im Zeitraum von ca. einem Jahr vor und nach dem Datum der beiden letzten Konjunktionen, in der eigenen Lebenschronik stattfanden. Hieraus ergibt sich ein roter Faden, den jeder für sich selbst mit den Themen der aktuellen Konjunktion verknüpfen kann.

Die Planetenqualität Jupiter steht für Moral, Glauben, Vorurteile, Rechtfertigung, Philosophie, Wahrheit und Vision. Mit Jupiter bewerten wir unser Umfeld, das eigene tägliche Erleben und formen so ein persönliches Urteil. Es gilt, den Sinn des Lebens zu erkennen und die eigene Mission hierbei zu finden. Die Schattenseite dieses Planeten ist die Suche nach einem Glaubenskonstrukt oder einem Guru, welcher uns das Recht für einen eigenen Weg und unsere Vision gibt. Im Extremfall entsteht dadurch Fanatismus, Missionierung und in der Folge Unterdrückung.

Die Planetenqualität Pluto steht für die eigenen Schatten- und Tabuthemen. Wie ich in meinem Blogeintrag zur Saturn/Pluto Konjunktion im November bereits beschrieben habe, werden wir mit Pluto in den eigenen Machtthemen gefordert. In Verbindung mit Jupiter stehen im Besonderen die Suchtstrukturen im Vordergrund, welche vor einer tieferen Wahrheit beschützen sollen. Das Tabu liegt in der Erkenntnis der Beweggründe und der Motivation, welche hinter einem geltenden Recht, einer bestehenden Ordnung und einer Vision stehen, sowohl im persönlichen Erleben, als auch in den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen.

Die erste und die zweite Jupiter/Pluto Konjunktion, jeweils im April und im Juni, finden auf der gleichen Gradzahl wie die Saturn/Pluto Konjunktion vom 12. Januar statt, welche sich mit der Verantwortung für die eigenen Macht- und Schattenanteile auseinandersetzt. Mit den Jupiter/Pluto Konjunktionen wird dieser Prozess um die Auseinandersetzung mit den eigenen fixen Ideen, vorgefertigten Gedankenkonstrukten und der eigenen Wahrhaftigkeit erweitert. Fragen, die in diesem Zusammenhang bei jedem selbst auftauchen, sind zum Beispiel: Bin ich echt? Bin ich mir selbst treu? Halte ich meine Versprechen mir selbst gegenüber ein? Gehe ich meine Wege zu Ende?
Vielleicht ist die persönliche Antwort mit der Erkenntnis bisheriger Selbstleugnung verbunden. Vielleicht ermutigt die Antwort dazu, dem bisherigen Weg zu folgen, auch wenn er steinig und langwierig, jedoch echt und wahrhaftig ist.

Dort, wo es um die Selbstleugnung geht, gehen die eigenen Wünsche nicht auf: man bekommt das Gefühl, immer wieder gegen die Wand zu laufen oder der Verlierer zu sein. Dadurch kann eine tiefe Unzufriedenheit mit sich selbst, dem Umfeld und der Lebenssituation entstehen, und somit einhergehend das Gefühl, den eigenen Platz in der Welt noch nicht gefunden zu haben. Diese Empfindungen sind unabhängig von der gesellschaftlichen Position, dem beruflichen Erfolg oder einer materiellen Sicherheit.

Dort, wo ein Richtungswechsel, hin zu einer eigenen authentischen Lebensweise vollzogen wurde, gilt es, dem gewählten Weg treu zu bleiben. Dies fordert in Geduld und Aufmerksamkeit in der Detailarbeit, um so nicht voreilig den nächsten Schritt vorweg nehmen zu wollen. Die Bereitschaft zur inneren Klausur eröffnet eine neue Sichtweise. Dieser gilt es mutig, Schritt für Schritt, zu vertrauen, auch wenn der Weg im Dunkeln liegt.

Der innere Kompass entsteht dadurch, sich die eigenen wahrhaftigen Gefühle immer wieder neu einzugestehen, ohne diese gleich bewerten oder Schlussfolgerungen hieraus ziehen zu wollen. Wahrhaftige Gefühle können Missgunst, Neid, Eifersucht, Zorn, Euphorie, Dankbarkeit, Verzweiflung, Verunsicherung, Liebe, Klarheit, usw. sein. Diese Empfindungen können erfahrenes Unrecht, Benachteiligung oder Verrat an die Oberfläche des eigenen Bewusstseins bringen. Solange es ein Festhalten an Ausgleich, Vergeltung oder Wiedergutmachung vergangener leidvoller Erfahrungen gibt, werden die damit verbundenen Emotionen die eigenen Gedankenmuster manipulieren. Diese Manipulationen zeigen sich in Vorurteilen, Rechtfertigungen und eigenen Fixierungen auf ein bestimmtes Resultat.
Gerechtigkeit entsteht meist nicht durch Wiedergutmachung oder Vergeltung, sondern durch die Akzeptanz und die Vergebung der eigenen Fehler und das eigene Unterlassen im bisherigen Tun oder Nicht-Tun.

Selbstvergebung und Selbstakzeptanz kann den Kampf gegen die Uneinsichtigkeit der Anderen lösen: man muss nicht immer Recht haben, um zu gewinnen oder zu bewegen. Ab dem Punkt dieser Realisierung wird die zugewandte oder abgewandte Haltung des Umfeldes nicht länger dazu benutzt, um sich im Recht oder Unrecht, mächtig oder ohnmächtig zu fühlen.

Akzeptanz ist somit der Schlüssel der Stunde: Akzeptanz der eigenen Wahrheit und Akzeptanz der Wahrheit meines Umfeldes gegenüber, sowie Akzeptanz von Umständen und der Zeit, welche es braucht, um die eigenen Unzulänglichkeiten und die eigenen Machtthemen in sich selbst zu halten und zur Wandlung freizugeben, um diese nicht länger nur im Außen zu sehen.

Dies führt zu einer gesunden Selbsteinschätzung der eigenen Wahrnehmung und Urteilskraft. Die Befreiung liegt im Loslassen von Rechtfertigungen, um so Rückendeckung und Zugehörigkeit zu finden. Die Disziplin liegt in der Fähigkeit, anstehende materielle Durststrecken und emotionale Engpässe durch die eigene Willensstärke und Gefühlstiefe in sich selbst lösen zu können. Diese Haltung schafft die Ausdauer, welche es braucht, um am Ende dieses Jahres die eigenen Wünsche und Hoffnungen erfüllt zu sehen

Somit sind die kommenden Jupiter/Pluto Konjunktionen eine Chance zur
Überprüfung bisheriger Glaubenssätze bezüglich der eigenen Echtheit und der eigenen Vertrauenswürdigkeit. Damit verbunden ist ein Zusammenbruch von Gedankenkonstrukten, welche nicht mehr länger tragfähig sind. Oftmals sind es die längst gelöst geglaubten Themen und Muster, welche derzeit nochmals an die Oberfläche des Bewusstseins gespült werden.

Dazu gibt es keine schnellen Lösungen. Wird dieser Versuchung trotzdem gefolgt, kann dies zu einer Überheblichkeit führen, in welcher man die aktuell geforderte Demut und Hingabe an das Unvermeidliche unterschätzt. Es sind gerade die scheinbar unbedeutenden, kleinen Fehler und Unstimmigkeiten, welche, wenn sie keine Beachtung finden, am Ende zu einem Scheitern und zu einem Zusammenbruch führen können.

Erst durch die Loyalität der eigenen Wahrhaftigkeit gegenüber können die anstehenden Hürden genommen werden. Ab dem Moment, in welchem die Verpflichtung dem eigenen Wissen gegenüber nicht mehr von der Wahrheit meines Gegenübers abhängig ist, bin ich frei und lebe in Toleranz. Diese Haltung lässt die eigene Fülle fühlbar werden und wird damit zur Inspiration und Ermutigung für das Umfeld.

Ich bin überzeugt davon, dass es ein Gewinn ist, die Schönheit des eigenen Weges zu würdigen und den eigenen Schatten hierbei nicht aus dem Weg zu gehen, da die Begegnung mit diesen wegweisend ist. Am Ende wartet der eigene Schatz und die Realisierung der eigenen Wünsche.

Durch einen Blick auf dein Horoskop kannst du deine ganz persönlichen Themen und Chancen mit den kommenden Jupiter/Pluto Konjunktionen erkennen. Die Planeten, welche in deinem persönlichen Horoskop im Zeichen Steinbock stehen oder mit der aktuellen Jupiter/Pluto Konjunktion verbunden sind, zeigen deine Persönlichkeitsanteile, welche sich gerade in der Umstrukturierung deiner Gedankenmuster befinden.

In meinem Seminar „Horoskop-Aufstellung“, welches vom 08. – 10.05.20 stattfindet, kannst du diese unterschiedlichen Faktoren deines Horoskops zueinander in Aktion erleben.

Weitere Informationen hierzu findest du im Menü unter „Gruppen/Astrologie“.
Anmeldung und persönliche Info: paulus.anna@t-online.de